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Undankbares 7:9 gegen Gräfelfing

Alexander FlemmingEs ist tragisch, aber nicht selten im Tischtennis, dass eine Mannschaft den überragenden Spieler stellt und dennoch nicht das Match gewinnt. So auch am Sonntag in Gräfelfing, als Alexander Flemming vom TV Hilpoltstein die proppenvolle Halle der Oberbayern mit unglaublichen Gewinnschlägen immer wieder zum Brodeln brachte, sein Team aber nicht zum Sieg führen konnte. So verloren die Gäste aus der Burgstadt trotz ständiger Führung mit 7:9 – ihr Frust war anschließend beträchtlich...

Zum dritten Mal schon in dieser Saison unterlagen die Hilpoltsteiner trotz teilweise sehr guter Leistungen mit dem knappsten aller Ergebnisse. Rechnet man die beiden 6:9- Niederlagen gegen Grenzau und in Passau hinzu, erkennt man die „Hilpoltsteiner Krankheit“: Es fällt dem Team um Kapitän Alexander Möst offensichtlich schwer, seine Führungen nach Hause zu bringen. Und es gibt immer wieder „Ausfälle“, Spieler also, die überhaupt keinen Punkt machen in einer Begegnung. In Gräfelfing waren dies Philipp Floritz und Alexander Möst. War ihre gemeinsame Niederlage im Doppel noch einigermaßen einkalkuliert, so waren sie im Einzel doch relativ weit von einem Punktgewinn weg. Woran liegt’s?

Bei Philipp Floritz, der innerhalb von 18 Monaten einen rasanten Aufstieg vom ziemlich unbekannten Jugendspieler zu einem „Shooting-Star im deutschen Tischtennissport“ hinter sich hat, ist es sicher die ungeheure Belastung, die der Jung-Profi auf sich genommen hat. Er muss sowohl im Jugend-, als auch im Erwachsenensport ein gigantisches Programm absolvieren. Aktuelles Beispiel: Nach den Jugend-Europameisterschaften, diversen Lehrgängen in China, Korea und Deutschland und den Herren-Europameisterschaften im September nahm er im Oktober an seinem ersten Pro-Tour-Turnier (English Open) teil, diese Woche das Gleiche in Polen, im Dezember warten die Jugend-Weltmeisterschaften in Kolumbien auf den 17-Jährigen. Dazwischen immer wieder Lehrgänge, viele Reisen in klimatisierten Zügen und Flugzeugen, schwere Bundesliga-Spiele und – Krankheiten. Der Körper „wehrt“ sich gegen diese Extrem-Belastungen, ein bisschen Ruhe wäre vonnöten. Doch die gibt es nicht für Weltklasse-Jugendspieler.

Alexander MöstAnders bei Alexander Möst. Beim Kapitän steht im Augenblick der Beruf im Vordergrund, er trainiert nicht zu viel, sondern zu wenig. Zumindest zu wenig für die Bundesliga. Dabei hätte er nach seinem Kreuzbandriss im Vorjahr besonderen Nachholbedarf. Und da Felix Bindhammer trotz ordentlicher Ansätze noch nicht bei seiner alten Spielstärke angekommen ist und auch Tomas Demek wegen einer Grippe fast 14 Tage ausfiel, liegt die gesamte Last derzeit fast nur auf zwei Spielern: Alexander Flemming und Andras Podpinka. Die lösen ihre Aufgabe zwar mit Bravour, doch es ist eben zu wenig für eine geschlossene Mannschaftsleistung.

Da ist es nur ein schwacher Trost, dass auch die Gräfelfinger Spieler und Offiziellen ihren Gästen gratulierten: „Toller Auftritt - ihr hättet ein Unentschieden verdient gehabt“. Und als Alexander Flemming nach seiner sensationellen Leistung gegen Jörg Schlichter (immerhin Dritter der deutschen Rangliste) und den vielfachen bayerischen Meister Nico Christ meinte, er hätte lieber verloren, wenn die Mannschaft gewonnen hätte, war der Frust bei den zahlreichen mitgereisten Anhängern noch größer. Beim letzten Vorrundenspiel am nächsten Sonntag beim Spitzenreiter Tegernheim gilt dennoch die alte Devise: Auf ein Neues!

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